Coginta im Überblick

Ein soziologischer, anthropologischer
und kultureller Ansatz

Coginta wurde mit der klaren Absicht gegründet, einen soziologischen, anthropologischen und kulturellen Ansatz für Justiz- und Sicherheitreformen in Ländern mit Instabilität, Fragilität oder im Übergang aus einer Krise zu übernehmen und zu fördern. In der Überzeugung, daß Gerechtigkeit und Sicherheit Gemeingüter sind, läßt sich Coginta von den Methoden der Sozialwissenschaftlichen und den Prinzipien guter Regierungsführung inspirieren, um den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen – oft in schwierigen Kontexten – eine Stimme zu geben, damit sie ihre Ansichten und Erwartungen in Bezug auf Gerechtigkeit und Sicherheit äußern können. Nachdem Coginta 2004 in Genf erstmal mit lokalen Sicherheitsdiagnosen beauftragt wurde, hat sich die Arbeit der Organisation auf zahlreiche Länder ausgeweitet und umfasst zunehmend Konzepte und Techniken der Sicherheitskartierung.

INTERNATIONALE ANERKENNUNG

Das entscheidende Jahr 2011 war geprägt vom Wunsch der drei Gründer – Dominique Wisler, Blaise Bonvin und Sébastien Gouraud –, Coginta offiziell als gemeinnützigen Verein zu registrieren. Es war auch das Jahr des Starts eines ehrgeizigen, mehrjährigen Programms zur Verwaltung des von der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit in Bulgarien und Rumänien finanzierten Sicherheitsfonds im Rahmen der Unterstützung der Erweiterung der Europäischen Union. Das Coginta-Team wurde nach und nach stärker und begann sich in Projekten zur Unterstützung von Justiz- und Sicherheitsreformen überall auf der Welt zu engagieren: in Afghanistan, Osttimor, der Demokratischen Republik Kongo, Guinea, dem Tschad und Ecuador. Diese Initiativen führten fast alle zur Gründung von Partnerschaften mit lokalen Universitäten und förderten so einen fruchtbaren Dialog zwischen akademischen Experten, Organisationen der Zivilgesellschaft sowie Justiz- und Sicherheitsinstitutionen.

Aufgrund dieser Erfahrung und seines Status als Nichtregierungsorganisation erhielt Coginta schon bald erste Einladungen zur Umsetzung internationaler von der Europäischen Union, den Vereinten Nationen, dem amerikanischen Außenministerium und der Schweizerischen Eidgenossenschaft finanzierten Kooperationsprojekten. Im Jahr 2013 eröffnete Coginta seine erste Vertretung in Guinea und ebnete damit den Weg für eine Reihe weiterer nationaler Vertretungen in Afrika südlich der Sahara. Dieser territoriale Einsatz spiegelte ein ständig wachsendes Portfolio an Projekten in einer Region wider, in der Unterstützung unter verschlechterten Sicherheitsbedingungen durchgeführt werden muss. Diese Präsenz vor Ort bildet die DNA von Coginta. Sie ermöglicht sowohl eine detaillierte Kenntnis der Gegebenheiten, in denen die Organisation agiert, als auch und vor allem die Förderung und Nutzung von lokaler Kompetenz.

Eine gemeinnützige Mission

Das Wachstum von Coginta ging mit einer erheblichen Erweiterung seiner technischen Fähigkeiten und seines Netzwerks von Experten – mehr als 350 – einher, um den wachsenden Anforderungen in diesem Bereich bestmöglich gerecht zu werden. Ihr Tätigkeitsfeld umfasst mittlerweile die Bereiche Zugang zur Justiz und Bekämpfung der Straflosigkeit, Schutz der Bevölkerung und gute Regierungsführung im Sicherheitssektor, Konfliktprävention und Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aufbauend auf den vorgelagerten Bemühungen mit nationalen Institutionen hinsichtlich der Grundsätze, Verwaltung und Kontrollmechanismen haben sich die Aktivitäten von Coginta schrittweise auch der lokalen Ebene zugewandt, an kritischen Orten oder in bestimmten geografischen Gebieten. Dadurch ist es möglich, konkrete Lösungen für die Erwartungen der am stärksten gefährdeten und am stärksten bedrohten Bevölkerungsgruppen bereitzustellen.

In jüngerer Zeit, im Juni 2020, erhielt Coginta von der Schweizerischen Eidgenossenschaft die Anerkennung seines Gemeinnützigkeitscharakters, eine Bestätigung für die gewissenhafte und durchschaubare Verwaltung der anvertrauten Mittel und für unseren Beitrag zum Buchstaben und Geist internationaler Zusammenarbeit.