Fachgebiete

Lokale Regierungsführung und Sicherheit

Die Unterstützung technischer und finanzieller Partner in Sicherheitsfragen konzentriert sich seit langem auf die Stärkung der Funktionsfähigkeit von Institutionen auf zentraler Ebene, mit dem Akzent auf Wirkung vor Ort. Coginta seinerseits möchte integrative und dezentrale Maßnahmen fördern, die so nah wie möglich an der lokalen Ebene und in Kontakt mit den Gemeinden sind, mit dem Ziel, Sicherheitskräfte und lokale Akteure (Verwaltungsbehörden, religiöse und traditionelle Führer, Mitglieder der Zivilgesellschaft usw.) In einem Konzept der gemeinsamen Gestaltung von Sicherheit zusammenzubringen.

Je nach Kontext umfasst diese Methodik insbesondere eine Stärkung der territorialen Verwaltung und der lokalen Sicherheitsverwaltungsorgane, die Durchführung lokaler Sicherheitsdiagnosen, die Einführung einer gemeinschaftsorientierten Polizeiarbeit oder sogar Initiativen zur Vertrauensförderung zwischen Sicherheitskräften und der lokalen Bevölkerung. Dies kann auch zur Förderung traditioneller und üblicher Formen der sozialen Regulierung führen, die oft besser in der Lage sind, den Bedürfnissen und Erwartungen der Bevölkerung gerecht zu werden.

Zugang zur Justiz und Schutz der Menschenrechte

Der Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten steht im Mittelpunkt des Mandats von Coginta. Dies spiegelt sich in verschiedenen Formen wider, einschließlich der Stärkung von Mechanismen und Maßnahmen zur Verhinderung, Milderung und Behebung von Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte. Dazu gehört auch die Unterstützung spezialisierter Gremien wie nationaler Menschenrechtskommissionen oder zivilgesellschaftlicher Organisationen, um den Zugang der Bürger zur Justiz zu stärken.

Coginta unterstützt insbesondere die Einrichtung von Rechtskliniken, Anwaltskanzleien und Justizzentren, die die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen durch Rechts- und Justizhilfe, Mediations- und Schlichtungsmaßnahmen sowie Aufklärungs- und Aufklärungskampagnen für die Rechte der Öffentlichkeit unterstützen. Coginta unterstützt herkömmliche Justizmechanismen und alternative Methoden der Konfliktlösung, solange sie die grundlegenden Menschenrechte, insbesondere der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, nicht beeinträchtigen. Schließlich bietet Coginta hochrangige technische Hilfe mit dem Ziel, die Funktionsweise der Strafvollzugskette zu stärken und die Leistung von Justiz- und Strafvollzugsanstalten zu verbessern.

Umweltschutz und Konfliktprävention
für die natürlichen Ressourcen

Die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Prävention, Bewältigung und Lösung von durch den Klimawandel verursachten Konflikten und die Schwierigkeiten beim Zugang zu natürlichen Ressourcen sind entscheidende Fragen für Frieden und Stabilität. Infolgedessen hat Coginta ein Kompetenzzentrum eingerichtet für die Bewältigung von Landkonflikten, die Sicherung der Mobilität der ländlichen Bevölkerung und die Schaffung von Korridoren für Wanderhirten, die Stärkung der Kapazitäten bei der Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und die Prävention von Konflikten sowie die Unterstützung von Sicherheitsinstitutionen (Umweltpolizei, Forstwache, Naturschutzkorps, Nomadengarde und Méharisten-Einheiten, usw.), die für den Schutz der natürlichen Ressourcen und der öffentlichen Sicherheit verantwortlich sind.

Öffentliche Sicherheit in Bergbaugebieten

Die jüngste Entwicklung kleiner Bergbauaktivitäten, insbesondere des Goldbergbaus, in zahlreichen Ländern, die darüber hinaus zunehmenden Sicherheitsbedrohungen ausgesetzt sind, hat Coginta dazu veranlasst, ein Kompetenzzentrum aufzubauen, das Staaten bei der Stärkung der öffentlichen Sicherheitssysteme in diesen Bereichen unterstützen soll. Diese Unterstützung trägt zwei wesentlichen aspekten Rechnung.

Zunächst, sicherzustellen, dass diese natürlichen Ressourcen nicht von kriminellen Gruppen ausgebeutet werden, insbesondere in Grenzgebieten, die aufgrund ihrer Durchlässigkeit und unzureichend kontrollierten Migrationsbewegungen anfälliger sind. Sodann, Sicherheitsbedingungen zu schaffen, welche die Entstehung eines verantwortungsvollen Kleinbergbaus begünstigen, einer Quelle der wirtschaftlichen Entwicklung und der Schaffung von Arbeitsplätzen.

So werden auch lokale Beratungsgremien – unter der Aufsicht der Verwaltungsbehörden – und Bergbaugenossenschaften unterstützt, die darauf abzielen, die lokale Bergbauverwaltung zu stärken. Zum Nutzen der Bevölkerung werden sensibilisierungsmassnahmen organisiert und Schulungen für Bergbauhandwerker angeboten. Coginta trägt dazu bei, das Zusammenleben zwischen grossen und kleinen Minen zu stärken, was oft eine Quelle von Konflikten ist, die kriminelle Gruppen gerne auszunutzen versuchen.

Bevölkerungsschutz und Risiko- und Katastrophenmanagement

Coginta unterstützt die Entwicklung nationaler Richtlinien zum Risiko- und Katastrophenmanagement und unterstützt die Schaffung und Organisation nationaler Katastrophenschutzstrukturen. Diese Unterstützung trägt auch dazu bei, die Einsatzbereitschaft der Katastrophenschutzeinheiten zu verbessern, insbesondere durch Erstausbildung (technische, theoretische und praktische Kenntnisse), Spezialschulungen (Wasserrettung, Straßenrettung, Brandmanagement usw.) Sowie die Stärkung der logistischen und operativen Kapazitäten. Angesichts der wachsenden Herausforderungen durch häufiger und intensiver werdende Naturkatastrophen, Pandemien, Konflikte und der in vielen Ländern um sich greifenden Urbanisierung ist der Katastrophenschutz ein wesentlicher Bestandteil der Bereitstellung von Schutz- und Sicherheitsdiensten.

Kampf gegen Straflosigkeit und Korruption

Coginta mobilisiert gemeinsam mit seinen Partnern die Förderung von Integrität, Ethik und professionellem Verhalten innerhalb der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte und kämpft gegen alle Formen der Straflosigkeit, indem es insbesondere die Militärjustiz oder Kontroll- und Überwachungsbehörden unterstützt. Generell zielen Cogintas Maßnahmen darauf ab, die zivile, demokratische und parlamentarische Kontrolle der Sicherheitskräfte zu stärken. So werden Schulungs- und Beratungsmissionen mit Medien, unabhängigen Journalisten, zivilgesellschaftlichen Organisationen oder Parlamentariern durchgeführt, um diese für ihre Rolle in der externen Kontrolle zu sensibilisieren. Darüber hinaus werden Aufklärungskampagnen in der Bevölkerung durchgeführt, um den Rechtsstaat zu fördern und das Bewusstsein für die Rollen, Verantwortlichkeiten und Pflichten der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte zu schärfen. Coginta wiederum achtet darauf, dass sich die eigenen Mitarbeiter vorbildlich verhalten.

Kampf gegen grenzüberschreitende organisierte Kriminalität

Coginta unterstützt die Entwicklung von Strategien und Initiativen, die es Staaten ermöglichen, die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität wirksam zu bekämpfen, namentlich in besonders problematischen Bereichen wie der Verbreitung und dem illegalen Handel mit Kleinwaffen und leichten Waffen, dem Menschenhandel oder dem Handel mit gefälschten Medikamenten. Coginta bietet daher wirkungsvolle technische Unterstützung bei der Stärkung der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, Schulungen und Unterstützung im Kampf gegen diesen Handel, auch in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften und in Partnerschaft mit Akteuren der Zivilgesellschaft. In diesem Zusammenhang führen wir auch Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen durch, die sich an die breite Öffentlichkeit richten.

Sicherheit in See- und Flussumgebungen

Coginta bietet Beratung und technische Hilfe bei der Bewirtschaftung und Sicherheit von Fluss- und Seegebieten, insbesondere in Grenzgebieten. Diese Hilfestellung wird durch die Unterstützung (oder sogar die Schaffung) spezialisierter Einheiten, den Bau und die Ausrüstung von Seestationen, den Erwerb von Mitteln für Überwachungsmissionen und den Schutz der Bevölkerung in diesen Gebieten verwirklicht. Die theoretische und praktische Ausbildung wird mit dem Ziel durchgeführt, das Personal der nautischen Einheiten zu professionalisieren und es auf Einsätze in feindlicher Umgebung vorzubereiten. Diese Ausbildung umfasst das Führen von Booten, die operative Navigation, die Vorbereitung auf Patrouillen- und Bootskontrollmissionen und sogar Rettungs- und Hilfsmanöver für die Bevölkerung.

Prävention von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus

Coginta unterstützt Länder, die mit Terrorismus und gewalttätigem Extremismus konfrontiert sind, indem es Maßnahmen vorschlägt, die auf die Stärkung der Akteure in der Strafjustizkette abzielen, damit Kriminalpolizeieinsätze unter Einhaltung der Menschenrechtsstandards und geltenden gesetzlichen Vorschriften durchgeführt werden können. Dabei kann es sich um Initiativen handeln, die sich an die Streitkräfte (die aufgrund der hohen Bedrohungslage auf dem Staatsgebiet stationiert werden müssen und als Ersthelfer fungieren), interne Sicherheitskräfte (die zum Schutz der Bevölkerung und zur Durchführung von Ermittlungen erforderlich sind) oder spezialisierte Justizinstitutionen (zuständig für die strafrechtliche Reaktion). Diese Unterstützung erfolgt in Form von Schulungsmaßnahmen, der Bereitstellung von Spezialausrüstung und dem Aufbau geeigneter Infrastruktur. Coginta agiert auch auf Gemeindeebene durch Präventionsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Verwaltungsbehörden, Jugend- und Frauenverbänden, Stammeshäuptlingen und religiösen Führern.

Kampf gegen die Verbreitung von Kleinwaffen und leichten Waffen

Coginta unterstützt die Entwicklung nationaler Strategien und Programme, die darauf abzielen, die Staaten bei der Einhaltung ihrer internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen die Verbreitung und den unerlaubten Handel mit Kleinwaffen und leichten Waffen sowie der dazugehörigen Munition zu unterstützen. Dazu gehört insbesondere technische Unterstützung zur Stärkung der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, zur Modernisierung der Verfahren und Methoden der Bestandsverwaltung, zur Unterstützung von Kennzeichnungskampagnen und auch zur Verhütung bewaffneter Gewalt, insbesondere durch Sensibilisierung und Prävention in Gemeinden, bei Akteuren der Zivilgesellschaft und in Bildungseinrichtungen.